Abstrakte und konkrete Verweisung – was Fluglotsen beachten sollten
Fluglotsenversicherung: In der Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) spielen abstrakte und konkrete Verweisung eine zentrale Rolle.
Die Loss-of-Licence bzw. Loss-of-License ist hingegen lizenzbasiert:
Sie prüft den Status des Medicals (Klasse 3) und nicht, ob Sie eine andere Tätigkeit ausüben könnten. Mehr zu Leistungen im Lizenzschutz finden Sie unter Leistung (Fluglotsen).
Abstrakte Verweisung: Der Versicherer darf theoretisch auf einen anderen, Ihrer Lebensstellung entsprechenden Beruf verweisen – selbst wenn Sie diesen gar nicht ausüben.
Konkrete Verweisung: Leistungen können enden, wenn Sie tatsächlich eine neue, vergleichbare Tätigkeit aufnehmen.
Modernes BU‑Design setzt auf Verzicht auf die abstrakte Verweisung und klare Regeln zur konkreten Verweisung. In Lizenzklauseln empfehlen wir Verweisungsverzicht - sowohl abstrakt als auch konkret und keine Weiterbeschäftigungsklausel.
Unser Plus im Leistungsfall: Mit unserem Leistungszertifikat wird der erste Leistungsantrag durch eine auf Versicherungsrecht spezialisierte Anwaltskanzlei kostenfrei gestellt – ein Extraservice von FinanzService Weinand und kein Bestandteil der Versicherung.
BU‑Verweisung vs. Lizenzschutz – die Prüfung im Leistungsfall
BU‑Prüfung: Entscheidend ist, ob Sie Ihren zuletzt ausgeübten Beruf voraussichtlich dauerhaft zu mehr als 50 % ausüben können. Ohne abstrakte Verweisung darf nicht auf theoretische Alternativen verwiesen werden; die konkrete Verweisung greift nur, wenn Sie tatsächlich eine vergleichbare Tätigkeit aufgenommen haben.
Lizenzschutz: Die Loss-of-License stellt auf den Lizenzstatus ab. Auslöser ist der Verlust der Tauglichkeitsklasse aus gesundheitlichen Gründen (Medical Klasse 3) – nicht die Frage, ob administrative Aufgaben möglich wären. Hinweise zu Klauseln finden Sie unter Hinweise & Klauseln.
Nachweise: AME‑Befunde, behördliche Bescheide und strukturierte Dokumentation beschleunigen den Prozess. Unser Leistungszertifikat sorgt für einen sauberen Erstantrag durch eine Fachkanzlei.
Was bedeutet abstrakte Verweisung?
Definition: Der Versicherer verweist theoretisch auf einen anderen, Ihrer Qualifikation und Lebensstellung entsprechenden Beruf – Leistungen entfallen, obwohl Sie diese Tätigkeit gar nicht ausüben. Für Fluglotsen ist das riskant, weil vermeintlich „nahe“ Büro‑ oder Ausbildungstätigkeiten genannt werden können.
Empfehlung: In der BU auf Verzicht der abstrakten Verweisung achten. In der Loss-of-Licence sollten Verweisungsklauseln ausgeschlossen sein und keine Weiterbeschäftigungsklausel enthalten.
Praxis: Wir prüfen Bedingungen auf Formulierungen, die eine spätere Verweisbarkeit eröffnen könnten, und wählen klare Klauseln mit fairem Nachprüfungsprozess.
Wann endet BU‑Leistung trotz Einschränkung?
Konkrete Verweisung liegt vor, wenn Sie tatsächlich eine neue Tätigkeit ausüben, die Ihrer bisherigen Lebensstellung (Qualifikation, Verantwortung, Einkommen) entspricht. Dann kann die BU‑Leistung eingestellt werden.
Für Fluglotsen: Wechsel in eine vergleichbare Funktion ist selten eins zu eins möglich. Entscheidend sind Aufgabenbild, Verantwortung und Vergütung – reine Büro‑Tätigkeiten sind oft nicht gleichwertig.
Lizenzschutz: Die Loss-of-Licence stellt nicht auf eine Ersatz‑Tätigkeit ab, sondern auf das Medical. Empfehlenswert sind Klauseln mit komplettem Verweisungsverzicht und ohne Weiterbeschäftigungsklausel.
Verweisungsfallen in LoL‑Klauseln vermeiden
Wichtig: keine Weiterbeschäftigungsklausel, Verzicht auf Verweisung, keine Einkommensprüfung im Leistungsfall. So wird der Lizenzstatus zum alleinigen Prüfmaßstab.
Psyche & Nachprüfung: Einschluss psychischer Erkrankungen und transparente Nachprüfung sind für Lotsen essenziell, weil Belastungen oft zunächst funktional wirken und später zur Untauglichkeit führen.
Planung: Laufzeit und Dynamik an die Karriere im Tower/Center anpassen; Dokumente und Befunde fortlaufend sammeln.
Checkliste Verweisung & Nachprüfung
BU: Verzicht auf abstrakte Verweisung, klare Kriterien für konkrete Verweisung (Lebensstellung, Einkommensgrenzen, Tätigkeitsprofil).
LoL: Verweisungsverzicht, keine Weiterbeschäftigungsklausel, faire Nachprüfung, klarer Prognosezeitraum, Psyche‑Einschluss.
Nachweise: AME‑Befunde, behördliche Schreiben, Verlauf – lückenlos, nachvollziehbar, datiert.
Leistungszertifikat: Erstantrag durch Fachkanzlei
Unser Leistungszertifikat ermöglicht, dass der erste Leistungsantrag im Lizenzverlustfall kostenfrei von einer auf Versicherungsrecht spezialisierten Anwaltskanzlei gestellt wird.
Wichtig: Das Leistungszertifikat ist kein Bestandteil der Versicherung, sondern ein zusätzlicher Service von FinanzService Weinand.
So starten Sie strukturiert in den Prozess – gerade wenn das Medical unerwartet nicht besteht.
Praxis‑Leitfaden für Fluglotsen
1) Begriffe prüfen: In der BU auf Verzicht der abstrakten Verweisung achten und Regeln zur konkreten Verweisung verstehen. In der Loss-of-Licence auf Verweisungsverzicht und keine Weiterbeschäftigungsklausel setzen.
2) Auslöser sichern: Verlust der Tauglichkeitsklasse (Medical Klasse 3) belegen – AME‑Befunde, Bescheide, Verlauf (Lexikon).
3) Unterstützung nutzen: Mit dem Leistungszertifikat wird der Erstantrag professionell und kostenfrei vorbereitet.
Abstrakte vs. konkrete Verweisung – Kurzfassung für Fluglotsen
In 30 Sekunden
Lizenzschutz statt TätigkeitsersatzAbstrakte Verweisung verweist nur theoretisch – besser vertraglich ausschließen. Konkrete Verweisung prüft eine tatsächlich aufgenommene, gleichwertige Tätigkeit. Die Loss-of-License leistet beim Verlust der Tauglichkeitsklasse – unabhängig von alternativen Jobs.
Dokumente & Fristen
Was im Leistungsfall zähltAME‑Befunde, behördliche Bescheide, Therapienachweise zeitnah sammeln und Fristen einhalten. Für die Loss-of-Licence ist der Lizenzstatus ausschlaggebend.
Verweisung richtig regeln
Keine abstrakte Verweisung
BU mit Verzicht vereinbaren – schützt vor theoretischen Verweisen.
Konkrete Verweisung prüfen
Nur bei tatsächlicher Tätigkeit und Lebensstellung gleichwertig.
LoL ist lizenzbasiert
Lizenzstatus als Auslöser – Verweisungsklauseln vermeiden.
Leistungszertifikat
Erstantrag durch Fachkanzlei kostenfrei – unser Service (Details).
Häufige Fragen zur Verweisung & Lizenzschutz
Was ist die abstrakte Verweisung in der BU?
Ein theoretischer Verweis auf eine andere Tätigkeit, die Ihrer Qualifikation und Lebensstellung entspricht – auch wenn Sie sie gar nicht ausüben. Empfehlung: BU mit Verzicht auf abstrakte Verweisung.
Wann greift die konkrete Verweisung?
Nur wenn Sie tatsächlich eine neue Tätigkeit aufgenommen haben, die hinsichtlich Lebensstellung (Aufgaben, Verantwortung, Einkommen) gleichwertig ist. Andernfalls bleibt die BU‑Leistung bestehen.
Wie unterscheidet sich das vom Lizenzschutz?
Die Loss-of-Licence prüft den Lizenzstatus. Auslöser ist der Verlust der Tauglichkeitsklasse aus gesundheitlichen Gründen – nicht die Frage, ob andere Tätigkeiten möglich sind.
Welche Klauseln sind für Fluglotsen wichtig?
Verweisungsverzicht (abstrakt & konkret), keine Weiterbeschäftigungsklausel, faire Nachprüfung, klarer Prognosezeitraum, Psyche‑Einschluss.
Wie weise ich den Auslöser nach?
Durch AME‑Befunde und behördliche Bescheide (Medical Klasse 3). Alle Unterlagen lückenlos und chronologisch ablegen.
Was bringt das Leistungszertifikat?
Der erste Leistungsantrag wird von einer auf Versicherungsrecht spezialisierten Kanzlei kostenfrei gestellt – ein Extraservice von FinanzService Weinand (kein Vertragsbestandteil). Mehr erfahren.
Wie erhalte ich ein Angebot?
Anfrage starten – Sie erhalten in der Regel innerhalb von 24 Stunden ein passendes Angebot für Ihre Situation in der Flugsicherung.